Lagavulin 8, die Jubiläumsabfüllung, die nie nach Hause ging
Lagavulin würdigte sein 200. Jubiläum mit einem limitierten Achtjährigen — und behielt ihn dann stillschweigend im Kernsortiment, Jubiläumspreis inklusive. Premium-Beobachtung über einen Glanz, der nie verblasste.
2016 wurde Lagavulin zweihundert Jahre alt. Diageo brachte zum Anlass eine limitierte achtjährige Edition heraus, verpackt in einem grünen Karton mit einem Hinweis auf das Erbe, und bepreiste sie etwas unter dem Sechzehnjährigen, den eigentlich alle wollten. Die Abfüllung verkaufte sich gut. Ein Jahr später wurde sie nicht mehr als limitiert beschrieben und der Karton hatte den Jubiläumshinweis verloren, aber der Preis bewegte sich nicht.
Zwei Dinge sind hier interessant. Erstens ist der Jubiläums-Glanz nicht verblasst. Der 8-Jährige hält Jahre später einen Preis auf Jubiläumsniveau, weil Lagavulin eine endliche Ressource ist und das Publikum bereit ist, Sechzehnjährigen-Preise für achtjährige Flüssigkeit zu zahlen, solange das Etikett Lagavulin sagt. Das ist die sanfte Art des Markenaufschlags: nicht räuberisch, nicht unehrlich, aber ein leises Abdriften von der Kostenuntergrenze.
Zweitens ist der Abstand zum Sechzehnjährigen gering. Lagavulin 16 verkauft sich bei denselben Händlern nur mäßig über dem 8 — der 8 ist also nun bepreist, als wäre er fast beim Flaggschiff angekommen, bei halbem Alter. Das ist der Tausch, den Sie tatsächlich eingehen.
Wenn Sie bereits eine Flasche Lagavulin 16 im Regal haben und wissen möchten, wie eine ungeschliffenere, jüngere Version schmeckt, ist der 8 interessant. Wenn nicht, ist der 16 immer noch die bessere Rechnung.